Hoymiles HMS in Home Assistant: drei Wege
HMS-W lokal per ha-hoymiles-wifi, S-Miles-Cloud als Fallback oder externe DTU, welcher Weg zu deinem Modell passt, mit den zwei Warnungen die fehlen.
7 min Lesezeit Stand 16. Mai 2026
Wer einen Hoymiles HMS-Wechselrichter in Home Assistant einbinden will, steht vor einer Entscheidung, die vom konkreten Modell abhängt, nicht von persönlichen Vorlieben. Die Modellreihe HMS spaltet sich in zwei grundlegend verschiedene Kommunikationswelten: WiFi-integriert (HMS-W) und Sub-1G-Funk (HMS ohne W). Wer das nicht weiß, kauft möglicherweise falsche Hardware oder installiert eine Integration, die für sein Gerät schlicht nicht funktioniert.
Diese Anleitung erklärt die drei verfügbaren Wege, mit den zwei Warnungen, die in den meisten Tutorials fehlen.
Erst das Modell klären: HMS-W oder HMS ohne W?
Die wichtigste Weiche steht am Anfang. Schau auf das Typenschild oder die Bestellbezeichnung deines Wechselrichters:
| Modell-Typ | Beispiele | Kommunikation | HA-Weg |
|---|---|---|---|
| HMS-W (WiFi integriert) | HMS-400W-1T, HMS-800W-2T, HMS-1000W-2T | WLAN direkt | ha-hoymiles-wifi (Weg 1) |
| HMS ohne W (2T, kleine Leistung) | HMS-600-2T, HMS-700-2T | Sub-1G Funk | Externe DTU + OpenDTU/AhoyDTU (Weg 3) |
| HMS-1600/1800/2000-4T EU | HMS-1600-4T, HMS-1800-4T, HMS-2000-4T | Sub-1G Funk | Externe DTU + OpenDTU/AhoyDTU (Weg 3) |
Die wichtigste Fehlkauf-Falle: OpenDTU und AhoyDTU sind mit HMS-W-Modellen nicht kompatibel . Wer einen HMS-800W-2T hat und einen OpenDTU-Stick kauft, hat Geld verschwendet, der Schwester-Artikel OpenDTU vs AhoyDTU erklärt das im Detail.
Weg 1: Lokal direkt, ha-hoymiles-wifi (Empfehlung für HMS-W)
Für alle HMS-W-Modelle ist ha-hoymiles-wifi die empfohlene Lösung. Die Custom Component kommuniziert per protobuf direkt mit dem Wechselrichter im lokalen WLAN, ohne Cloud, ohne Hoymiles-Account, ohne Drittserver .
Voraussetzungen:
- HMS-W-Wechselrichter im selben WLAN wie Home Assistant
- HACS installiert (oder manuelle Custom-Component-Installation)
- Aktuelle Version: ha-hoymiles-wifi v0.5.1 (Dezember 2025)
Setup in vier Schritten:
- HACS öffnen → Integrationen → Benutzerdefiniertes Repository hinzufügen →
https://github.com/suaveolent/ha-hoymiles-wifi(Kategorie: Integration). - Integration installieren, HA neu starten.
- Integration hinzufügen: Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → “Hoymiles WiFi” → IP-Adresse des Wechselrichters eingeben (am besten statische DHCP-Reservierung im Router vorher einrichten).
- Update-Intervall konfigurieren: Standardwert auf mindestens 32 Sekunden belassen, dazu gleich mehr.
Nach erfolgreicher Einrichtung stehen Entities bereit: AC-Ausgangsleistung (W), DC-Eingangsleistung pro String, Tagesertrag (Wh), Gesamtertrag (kWh) und weitere Sensoren.
Zwei Warnungen, die kaum jemand ausspricht
Weg 2: S-Miles-Cloud-Umweg (Fallback)
Falls der lokale Zugriff auf die IP des Wechselrichters nicht funktioniert (Netzwerk-Segmentierung, fehlende statische IP), gibt es einen Cloud-basierten Fallback: ha-hoymiles-s-cloud (Codename “Nimbus”) liest die S-Miles-Cloud-API aus und stellt die Daten als HA-Entities bereit .
Einschränkungen, die klar benannt werden müssen:
- Das Projekt ist ein Proof-of-Concept ohne offizielle Releases (17 Commits, keine Versionstaggen) . Nicht für produktive Setups geeignet ohne eigene Prüfung.
- Update-Latenz ca. 15 Minuten, wegen der S-Miles-API-Abfrage-Rate . Für Echtzeit-Automationen ungeeignet.
- Erfordert aktiven S-Miles-Cloud-Account. Wer keinen Account hat, kann diesen Weg nicht nutzen.
- Die inoffizielle S-Miles-API kann ohne Ankündigung geändert werden, kein garantierter Langzeitbetrieb.
Wann dieser Weg trotzdem Sinn macht: Wenn du ausschließlich historische Ertragsdaten im HA-Energiedashboard brauchst und keine lokale IP-Erreichbarkeit herstellen kannst, ist die 15-Minuten-Latenz akzeptabel.
Nicht empfohlen wird hms-mqtt-publisher (DennisOSRM) für neue Setups: Das Projekt hat seit Januar 2024 kein Update mehr erhalten . ha-hoymiles-wifi ist aktiver gepflegt und direkter integriert.
Weg 3: Externe DTU + OpenDTU/AhoyDTU (für HMS ohne W)
HMS-1600-4T, HMS-1800-4T und HMS-2000-4T kommunizieren per Sub-1G Funk und haben kein integriertes WiFi . Diese Modelle brauchen eine externe DTU, entweder die offizielle Hoymiles DTU-Lite-S/DTU-Pro-S, oder selbst gebaute Hardware mit OpenDTU bzw. AhoyDTU auf einem ESP32 mit CMT2300A-Funkmodul.
Den kompletten Hardware-Vergleich, Funkmodul-Auswahl und Setup-Aufwand erklärt der Schwester-Artikel OpenDTU vs AhoyDTU für Hoymiles, dort ist auch die ESP8266-Falle für CMT2300A-Setups dokumentiert.
Was du in Home Assistant damit machen kannst
Sobald die Echtzeitdaten ankommen (Weg 1 empfohlen), ergeben sich typische Anwendungsfälle:
Energie-Dashboard: AC-Ausgangsleistung als Solarproduktions-Quelle einbinden. Zusammen mit einem Stromzähler-Sensor lässt sich der Eigenverbrauchsanteil in Echtzeit tracken.
Automationen: Überschuss-Erkennung, wenn PV-Leistung > Hausverbrauch für >5 Minuten, schalte Verbraucher zu (Waschmaschine, Warmwasser-Boiler). Das Intervall von 32–35 s ist für solche Automationen ausreichend; für zeitkritischere Regelungen (Wallbox-Laderegelung mit evcc) ist evcc als separates Tool vorzuziehen, das eigene Polling-Logik hat.
Dashboard-Karten: Leistungs-Graphen über recorder mit stündlicher Aggregation. Tagesertrag als Input für Amortisationsrechnungen.
Empfehlung
Für die meisten HMS-W-Besitzer (HMS-800W-2T, HMS-1000W-2T) ist Weg 1 mit ha-hoymiles-wifi die klare Wahl: lokal, keine Cloud-Abhängigkeit, aktiv gepflegt (v0.5.1, Dezember 2025), HACS-fähig. Setup-Aufwand ca. 15–20 Minuten.
Zwei Dinge nicht vergessen: Update-Intervall auf ≥35 s setzen, und das Power-Limiting-Feature nicht für Dauerbetrieb nutzen, bis der EEPROM-Fix im Upstream kommt.
Für HMS ohne W (die 4T-EU-Modelle): Externe DTU ist Pflicht. OpenDTU auf ESP32 mit CMT2300A als Fertigboard ist der einfachste Einstieg, alle Details im Home-Assistant-Hub.
Passende Hardware
Hoymiles · Empfehlung
HMS-800W-2T
- AC-Leistung
- 800 W
- WLAN
- Integriert
- HA-Weg
- ha-hoymiles-wifi (lokal)
- DTU nötig
- Nein
Lokaler HA-Zugriff ohne Cloud
Keine zusätzliche DTU-Hardware nötig
Aktiv gepflegte Integration (v0.5.1)
Power-Limiting nicht für Dauer-Nulleinspeisung
Update-Intervall mindestens 32 s